Das Witjastief

Lage des Witjastiefs

Im Marianengraben, einem ca 2400 km langem Tiefseegraben im westlichen pazifischen Ozean, 2000 km östlich der Philippinen, liegt der tiefste Punkt der Erde, das Witjastief. Es befindet sich im südwestlichen Teils des Marianengrabens, ungefähr 450 km südwestlich der Insel Guam, einer Insel der Marianen, die zu den melanesischen Inseln gehören.

Der tiefste Punkt der Erde

Das Witjastief wurde 1957 von einem sowjetischen Forschungsschiff namens Witjas entdeckt, welche der Tiefe auch ihren Namen gab. Damals wurde es mit dem Echolot vermessen. Es ergab 11.034 Meter, der nach heutigem Wissen tiefste Punkt der Erde. Im Witjastief würde der Mount Everest verschwinden und es wären noch 2000 m Wasser darüber bis zur Oberfläche.

Heute gibt es Zweifel an der Messung und neuere Ergebnisse halten die Challengertiefe, ebenfalls im Marianengraben gelegen, für den tiefsten Punkt. Dies ist noch nicht bestätigt. Zweifel sind bei beiden Messungen angebracht, da der Meeresboden kein festes Gebilde ist, sondern unter anderem durch Seebeben und tektonische Verschiebungen ständigen Veränderungen unterliegt und nur ein Bruchteil der Meerestiefen der Erde erforscht sind.

Tauchfahrten in das Witjastief

In über 11 Kilometer Tiefe sind die Lebensbedingungen extrem schwierig. Es herrschen Temperaturen von 2–4 Grad Celsius, fast vollkommene Dunkelheit und ein unvorstellbarer Druck von 1170 bar. Dies macht die Erforschung des Witjastiefs und anderer Tiefseegräben sehr schwierig. Forschung in diesem Bereich ist technisch sehr aufwendig und teuer. Trotzdem wagten sich 1960 der Schweizer Ozeanograf Jacques Piccard und Don Walsh mit ihrem Tauchboot Trieste in das Challengertief, welches neben dem Witjastief gelegen ist, auf 10.916 m Tiefe.

1995 wurde Kaiko, ein unbemanntes, japanisches Forschungstauchboot ferngesteuert in das Witjastief geschickt, um dort Proben vom Meeresboden zu nehmen.
Die letzte bemannte Tauchfahrt auf den Grund des Witjastiefs fand im Jahre 2012 mit dem Regisseur James Cameron statt.

Leben im Witjastief

Im Witjastief leben unter anderem Pottwale, welche Riesenkalmare jagen.

Im Witjastief leben unter anderem Pottwale, welche Riesenkalmare jagen.

Trotz der lebensfeindlichen Umgebung gibt es im Witjastief mehr Leben als erwartet. Auf dem Weg in die Tiefe begegnen den Tauchern Riesenkalmare, die in einer Tiefe von 1000 m leben. Pottwale, welche die Kalmare jagen, tauchen bis 3000 m tief. Aber auch auf dem Grund des Witjastiefs finden sich viele unterschiedliche Arten von sehr aktiven Mikroorganismen und Bakterien, perfekt an das Leben unter diese Bedingungen angepasst. Sie ernähren sich von absinkenden Kadavern und Algenresten. In weiteren Untersuchungen muss herausgefunden werden, inwieweit der mikrobielle Kohlenstoffumsatz Auswirkungen auf das globale Klima der Erde hat.

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